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Der Strand
Der Sand lag warm unter mir, trocken und fein an der Oberfläche. Darunter war er kühl und fest. Wenn ich die Finger eingrub, erreichte ich die feuchte Schicht, die nach Meer roch. Der Sand fiel langsam zurück und schloss die Spur meiner Hand. Über dem Strand stand die Hitze. Die Luft flimmerte, und die Konturen wurden unscharf. Ein flaches Schimmern lag auf dem hellen Sand. Die dunklen Linien von Tang am Ufer hatten weiche Ränder. Auch die Schatten bewegten sich leicht. Das Licht lag hart auf dem Sand, auf Steinen und Muscheln. Es ließ wenig Tiefe. Ich verengte die Augen.
Weiter draußen lag das Meer ruhig und gleichmäßig. Wo die Dünung brach, wurde es hell. Entlang des Wassers schimmerte die Luft. Der Horizont wirkte nicht fest. Ich saß auf meinem Tuch und sah in die Sonne. Mit geschlossenen Augen blieb das Licht rot hinter den Lidern. Die Helligkeit des Tages war deutlich. Die Hitze hielt an.
In einer lockeren Reihe standen die Kokospalmen hinter mir. Ihre Stämme waren hoch und schlank, grau und von alten Blattnarben geringelt. Weiter oben bogen sie sich leicht im stetigen Wind. Einige neigten sich zum Meer, andere standen aufrechter. Solange die Luft still war, bewegten sie sich kaum. Kam Wind auf, hoben sich die langen, schmalen Blätter und rieben aneinander. Ein trockenes, gleichmäßiges Rauschen entstand und verebbte wieder, wenn der Wind nachließ. Er kam in ruhigen Zügen, nicht stark, aber beständig. Ich konnte sehen, wie er über das Wasser lief. Dunklere Streifen zogen sich durch das helle Blau und kräuselten die Oberfläche. Kleine Wellen liefen schräg zur Dünung und verloren sich am Strand.
Wurde der Wind stärker, bogen sich die Blätter weiter, und das Rauschen wurde voller. Einzelne trockene Blattspitzen klackten gegeneinander, hart und kurz. Manchmal löste sich eine Faser und fiel in den Sand. Am Stamm bewegte sich nichts. Dort war die Luft wärmer, und der Schatten roch nach Holz und trockenem Staub. Der Wind strich über meine Haut und trocknete den Schweiß. Wenn er nachließ, blieb das Rauschen der Brandung, und die Blätter hingen ruhig, bis der nächste Luftzug kam.
Als ich wieder hinaus auf das Meer blickte, bemerkte ich weit hinten am Horizont eine Bewegung. Zuerst war es nur eine dunkle Linie im flimmernden Licht. Ich war nicht sicher, ob sie wirklich da war oder aus der zitternden Luft entstand. Ich hielt den Blick fest und kniff die Augen zusammen. Das Licht fiel grell auf das Wasser, und das Flimmern löste klare Formen immer wieder auf. Mehr als einmal wollte ich den Blick abwenden. Dann hob sich die Bewegung erneut aus der Dünung. Langsam und gleichmäßig, schwerer als die Wellen.
Nach einer Weile lösten sich einzelne Formen aus dem Licht. Mehrere Flächen hoben sich nacheinander und verschwanden wieder. Es waren Wale, weit draußen. Manchmal zeigte sich ein dunkler Rücken über der hellen Fläche, dann wieder nur Meer. Einmal stieg eine kleine Fontäne auf und verlor sich im Licht. Sie zogen in Abstand voneinander vorbei und wurden im Flimmern kleiner. Ich blieb sitzen und sah hinaus, bis sie nicht mehr zu erkennen waren.
Schließlich stand ich auf. Der Sand rutschte von meinen Beinen, und ich klopfte ihn von den Händen. Die Hitze lag gleichmäßig auf der Haut. Für einen Moment blieb ich stehen und hörte meinen Atem und das Rauschen der Brandung. Meine Augen folgten der Richtung zu dem kleinen Hafen.
Der Pfad
Der Weg war von Hibiskus gesäumt. Rote Blüten lagen im Licht auf dem Grün. Manche standen noch offen, ihre Ränder leicht eingerollt. Andere lagen im Staub, ihre Farbe dunkler geworden. Zwischen den Büschen sangen Vögel. Kurze, klare Töne, die in der warmen Luft standen und wieder verklangen. Ich ging langsam. Der Boden des Pfades war festgetreten und mit Sand bedeckt. In der Sonne war er heller, im Schatten dunkler und kühler. Der Wind hatte schmale Linien in den Sand gezogen. Es roch nach Erde, nach Harz aus den Stämmen und nach Salz vom Meer.
Die Hitze blieb. Der Wind wurde schwächer. Der Schatten der Büsche reichte bis an den Weg. Ich blieb stehen und hörte. Hinter mir war das Meer, gedämpft durch die Pflanzen. Vor mir das Zirpen der Insekten.
Dann ging ich weiter, Schritt für Schritt, über eine Anhöhe, von der ich die kleine Bucht und den Hafen sah. Sie war geschützt durch Korallenriffe. Das Wasser wirkte dort ruhiger. Erst als ich länger hinsah, erkannte ich das Heben und Senken wieder. Das Blau war heller. In den flachen Stellen konnte ich den sandigen Grund erkennen. Die Wellen liefen langsam ein und aus.
Die Grenze zwischen Meer und Himmel war im Dunst kaum zu erkennen. Ich blieb einen Moment stehen und sah hinüber. Kleine Boote lagen in der Bucht. Zunächst wirkten sie reglos, dann sah ich ihr langsames Wiegen an den Tauen und die Schatten unter den Rümpfen. Ich atmete die warme Luft ein und ging weiter. Mit jedem Schritt kam die Bucht näher, als ich den schmalen Weg zwischen niedrigen Sträuchern und vereinzelten Palmen hinunter zu den Stegen nahm.
Die Boote schaukelten in der Bucht. Ihre Segel hingen lose im leichten Wind. Ein altes Holzboot lag vertäut neben einer neuen Jolle mit frischem Lack. Das Holz des alten Bootes war grau und rissig, an den Kanten aufgesprungen. An manchen Stellen hatte das Salz eine helle Kruste hinterlassen. Die Planken waren uneben, zwischen ihnen dunkle Linien vom Wasser.
Alles lag ruhig im kleinen Hafen. Die Luft stand fast still. Nur manchmal strich der Wind über mein Gesicht. Ich hörte das Knarren der Planken, das Schlagen der Taue gegen die Masten und das Klappern eines losen Blocks im Tauwerk. Ab und zu spannte sich ein Tau und gab wieder nach. Holz rieb gegen Holz. Manchmal berührten sich zwei Rümpfe und lösten sich wieder. Von einem Boot kam ein unregelmäßiges metallisches Ticken, als schlüge ein Ring gegen den Mast.
Das Wasser schob sich an die Stege und zog sich zurück. Ich schmeckte Salz auf den Lippen.
Das Holz der Stege war von der Sonne gebleicht. An manchen Stellen war es glattgetreten, an anderen aufgerissen. An einem Pfosten hing ein ausgefranstes Stück Tau, hart vom Salz, und bewegte sich kaum im Wind. Zwischen den Brettern sah ich das Wasser. Manchmal fiel ein Streifen Licht hinein, wenn eine kleine Welle gegen die Pfähle schlug.
Kleine Fische standen im Schatten der Balken. Gelegentlich zuckte einer zur Seite. Schatten glitten vorbei und verschwanden wieder. Das Licht brach sich auf dem Wasser und wanderte über das Holz.
Die Bar
Ich ging zur Bar. Sie stand etwas zurückgesetzt am Ende der Stege. Es war ein einfaches Bauwerk aus Bambus und Holz, im Schatten einer großen Palme, deren Stamm sich über das Dach neigte. Die Palmwedel raschelten im Wind. Die Wände waren nicht ganz gerade, das Holz an vielen Stellen nachgedunkelt von Regen und Sonne. Einige Bretter hatten sich verzogen. Zwischen ihnen blieben schmale Spalten, durch die Wind strich.
Das Gebäude war verwittert. Unter einem Geflecht aus Lianen lagen Sitzplätze im Schatten. Dahinter lag das Meer im späten Licht. Der Geruch von gegrilltem Fisch und Rum mischte sich mit Salz. Geschirr klirrte. Eine Stimme sprach und verstummte wieder. Ab und zu fiel ein Streifen Licht durch die Wände und wanderte über den Boden.
Ich setzte mich an die Bar aus rauem Holz. Die Oberfläche war ausgeblichen. Mit der Hand strich ich darüber und spürte Unebenheiten, kleine Splitter und Stellen, die von vielen Händen glatt geworden waren.
Ich bestellte weißen Rum mit Limettensaft. Er sollte trocken und kräftig sein. Der Mann hinter dem Tresen nickte und bewegte sich ohne Eile. Er nahm ein Glas und schnitt die Limette auf dem Holzbrett. Während ich wartete, sah ich auf die Boote. Von hier wirkten sie kleiner. Ihr Schaukeln war kaum noch zu erkennen. Die Masten zeichneten feine Linien gegen den Himmel, der blasser wurde.
Ich roch Salz, Holz und Rauch. Für einen Moment war es still. Dann schlug ein Tau gegen einen Mast, und das Geräusch lief über das Wasser. Als das Glas vor mir stand, beschlug es in der warmen Luft. Tropfen bildeten sich an der Außenseite und liefen nach unten. Sie sammelten sich am Boden des Glases und hinterließen einen dunklen Ring auf dem Tisch.
Ich nahm das Glas in die Hand und spürte die Kälte durch das feuchte Glas. Ich trank. Die Kühle breitete sich im Mund aus und ging in den Hals. Ich stellte das Glas wieder ab. Es klirrte leise auf dem Holz.
Draußen bewegten sich die Boote kaum. Die Konturen unter ihnen wurden undeutlicher und die Farben dunkler. Die Taue hingen locker. Hin und wieder knarrte Holz gegen Holz. Das Wasser wurde leiser. Ich lehnte mich zurück und ließ den Blick über die Bucht gehen. Der Horizont lag nun klar über dem Wasser.
Das Licht wurde schwächer. Die Schatten liefen ineinander. Die Dämmerung setzte ein. Der Tag hielt sich noch in einem schmalen Streifen im Himmel. Der Wind war warm, aber kühler als zuvor. Aus der Bar kamen gedämpfte Stimmen. Irgendwo klirrte Glas. Die Geräusche lagen über dem Wasser und verloren sich.
Eine Frau setzte sich neben mich. Ihr langes Haar war zu einem lockeren Zopf gebunden, einzelne Strähnen bewegten sich im Wind. Das weiße Leinen ihres Kleides nahm das letzte Licht auf. Ihr Blick ruhte auf dem Meer. Sie sah lange hinaus, ohne etwas zu sagen.
Dann wandte sie sich leicht zu mir und lächelte. „Am Abend wird das Meer immer stiller“, sagte sie und hob ihr Glas.
Wir schwiegen einen Moment. Sie sah wieder hinaus.
Sie sagte, sie komme oft hierher. Das Meer gebe ihr Ruhe. Die Sterne über dem Pazifik seien ihr Orientierungspunkt, wenn sie draußen sei. Dabei blieb ihr Blick auf dem Wasser.
Ich erzählte von meinen Reisen. Von Städten in der Hitze. Vom Licht auf Mauern, auf staubigen Höfen und flachen Dächern, die am Abend noch Wärme abgaben. Vom Wind, der Spuren im Sand hinterließ, und von der Stille weiter Ebenen. Während ich sprach, schlug irgendwo eine lose Leine gegen einen Mast.
Dann erzählte sie von den Morgenstunden, wenn sie mit ihrer Yacht hinausfuhr, bevor die Insel erwachte. Das Boot löste sich vom Steg. Taue knarrten, Holz schlug gegen Holz. Der Motor lief kurz, dann setzte sie das Segel. Es hob sich und füllte sich mit Wind. Das Wasser lief am Rumpf entlang.
Sie sprach von Nächten auf dem Meer, wenn die Insel hinter ihr lag und nur noch als dunkle Linie zu sehen war. Der Himmel war klar, und die Sterne standen dicht. Unter dem Boot zeigte sich manchmal Licht im aufgewühlten Wasser.
Wir sprachen lange. In den Pausen merkten wir, dass wir Ähnliches suchten. Weite. Stille. Das Gefühl, sich in etwas Größerem zu verlieren. Nur Raum.
Die Dämmerung vertiefte sich. Das Licht am Horizont wurde schmaler und ging in Grau über. Die Palmen standen dunkel gegen den Himmel. Die ersten Sterne erschienen. Dann wurden es mehr. Der Himmel wurde weiter und dunkler. Das Meer nahm die Farbe der Nacht an. Zwischen beiden blieb ein schmaler Übergang.
Wir schwiegen. Weit draußen war ein tiefes Geräusch zu hören. Es konnte ein Wal sein oder eine Welle. Man konnte es nicht erkennen.
Der Steg
Die Bar leerte sich. Der Barkeeper stellte Stühle auf die Tische und wischte den Tresen mit einem feuchten Tuch ab. Der Raum lag nun in einem schwachen Licht. Ein Glas klirrte noch einmal. Dann war es ruhig. Sie stellte ihr Glas ab. Ein dünner Ring aus Wasser blieb auf dem Holz zurück. „Sie schließen“, sagte sie.
Wir traten hinaus.
Die Stege lagen vor uns, lang und dunkel. Wir betraten den Hauptsteg. Zwischen den Planken stand das Wasser schwarz. Es bewegte sich kaum. Nur ein langsames Heben und Senken war zu spüren. Das Holz unter meinen Füßen war noch warm vom Tag. Doch die Kühle kam von unten herauf.
Wir gingen ein paar Schritte hinaus. Die Bar lag hinter uns. Das Licht über der Tür fiel nur noch schwach auf die ersten Bretter. Weiter draußen war es grau. Die Pfähle standen als schattenhafte Linien im Wasser. Eine Leine schlug in regelmäßigen Abständen gegen einen Mast. Das Geräusch war trocken und gleichmäßig. Sie blieb stehen und legte die Hände auf das Geländer. Ich stellte mich neben sie. Das Holz war rau unter den Fingern. Salz hatte helle Spuren hinterlassen, die im Mondlicht matt schimmerten.
Der Wind war schwach. Er bewegte die Wasseroberfläche in langen, lichtlosen Streifen. Zwischen den Booten glitt das Licht des Mondes schmal über das Wasser und brach an den Rümpfen. Ab und zu stieß ein Boot leise gegen einen Fender und löste sich wieder.
„Jetzt ist es ruhiger“, sagte sie.
Wir lehnten nebeneinander am Geländer. Unsere Schultern berührten sich, als eine kleine Welle unter dem Steg durchlief. Keiner trat zurück. Unter uns schlug das Wasser gegen die Pfähle. Das Geräusch war hohl und regelmäßig. Ein Boot weiter draußen drehte sich langsam an seiner Leine. Man hörte das leise Knarren von Holz. Über uns standen die Sterne klar. Der Mond spiegelte sich zwischen den Stegen.
Sie sah hinaus auf das nächtliche Wasser und stand still. Jede Bewegung hätte gestört. Der Wind nahm eine Strähne aus ihrem Zopf. Sie ließ sie, wie sie war. Wir standen so eine Weile. Die Bretter unter uns kühlten weiter aus. Die Luft roch nach Salz und nach dem Holz der Stege.
Sie löste sich vom Geländer und trat auf ihr Boot zu.
Dann sah sie mich an.
„Komm.“
Das Meer
Ihr Boot lag dort, wo der Steg ins offene Wasser überging. Die Vorleine spannte sich im leichten Wind und gab wieder nach. Die Klampe glänzte im Mondlicht. Sie stieg zuerst ein und hielt das Boot. Ich kam nach. Es schwankte kurz und lag wieder ruhig. Ein Knarren ging durch den Rumpf. Das Tau war rau und feucht. Der Knoten saß fest. Ich zog ihn auf. Die Fasern gaben nach. Sie legte die Leine ins Cockpit und drehte den Zündschlüssel. Der Motor lief gleichmäßig. Benzin mischte sich mit Salz.
Wir glitten aus der Bucht. Die Lichter hinter uns wurden kleiner. Über dem Wasser lag ein schmaler Streifen Mondlicht. Bei jeder Welle brach er und schloss sich wieder. Draußen stellte sie den Motor ab. Das Geräusch verstummte. Sie ging zum Vorsegel, löste es und zog am Fall. Das Seil lief durch ihre Hände. Ich griff ans Ruder. Das Tuch stieg langsam und füllte sich mit Wind.
Es blieb das Wasser und das leise Arbeiten der Leinen.
Das Boot legte sich kaum spürbar auf die Seite. Der Wind kam von Backbord, stetig, aber nicht stark. Wir liefen in einem flachen Winkel hinaus. Das Ufer wurde zu einer dunklen Linie und verschwand. Der Geruch von Land verlor sich. Es blieb Salz in der Luft. Das Segel stand ruhig.
Unter uns ging eine langsame Dünung durch. Kein Brechen, kein Schaum. Nur ein Heben und Senken. Das Holz unter meinen Füßen gab die Bewegung weiter. Eine längere Welle kam schräg. Das Boot neigte sich stärker. Sie legte die Hand auf meinen Unterarm. Ihre Finger blieben dort, bis es sich wieder ausrichtete.
Der Mond stand höher. Sein Licht lag auf ihrem Gesicht. Das Wasser war dunkel. Wenn der Bug es teilte, glitt es auseinander. Ein leises Zischen blieb zurück. Sie rückte näher und lehnte die Schulter an meine. Ich spürte ihren Atem.
Sie sagte etwas leise. Ich legte den Arm um sie, nicht fest. Sie legte den Kopf an meine Brust. Ich hörte das Reiben des Stoffes. Das Boot hielt den Kurs, das Segel stand, und unter uns lief das Wasser weiter. Danach schwiegen wir, während das Boot durch die Wellen ging.
Nach einer Weile drehte sie den Kopf zum Horizont. Das Schwarz war dort nicht mehr gleichmäßig. Bald würde das erste Licht erscheinen. Sie zog das Vorsegel dicht und ließ es sinken. Das Tuch fiel in Falten. Ich half ihr, es zusammenzulegen. Der Stoff war kühl vom Tau.
Sie drehte den Zündschlüssel. Der Motor sprang an. Das Geräusch war rauer als zuvor. Wir nahmen Kurs auf die Bucht. In der Ferne lag ein schmaler, heller Streifen über dem Meer. Die Sterne wurden blasser. Das Wasser verlor sein Schwarz.
Sie saß neben mir. Das Boot stampfte leicht. Als wir uns dem Ufer näherten, wurden die Häuser erkennbar. Die Linie des Landes trat hervor. Ein Vogel strich niedrig über das Wasser. Auf den Dächern stand ein schmales Licht. Der Strand lag leer. Der Sand war flach und fest. Im Schutz der Bucht nahm sie das Gas zurück. Der Motor verstummte. Das Boot glitt langsamer. Man hörte das Schlagen kleiner Wellen gegen den Rumpf.
Ich sprang auf den Steg und nahm die Leine. Alles war kühl vom Morgen. Sie reichte mir das Tau. Unsere Finger trafen sich kurz. Wir machten fest. Das Metall klickte beim Abkühlen. Dann stieg sie auf den Steg. Das Boot schwankte leicht. Ich hielt ihre Hand. Sie nahm sie. Ihre Finger waren kühl. Einen Moment blieb sie so stehen, einen Fuß im Boot, einen auf dem Steg. Dann ließ sie los.
Wir gingen nebeneinander den Steg entlang. Das Holz war feucht und roch nach Salz. Unter uns schlug das Wasser gegen die Pfähle. Über den Häusern verstärkte sich das Licht. Die ersten Fenster standen offen. Am Ende des Stegs blieben wir stehen. Die Luft bewegte sich kaum.
„Ich bin morgen wieder draußen“, sagte sie.
„Ich weiß.“
Sie sah mich an, als wollte sie sich etwas merken. Dann drehte sie sich um und ging die schmale Straße hinauf. Nach ein paar Schritten blieb sie stehen, nicht ganz, nur kurz, als hätte sie etwas vergessen. Dann ging sie weiter.
Ich wartete, bis sie hinter den Häusern verschwand.
Das Licht wurde klarer.
Im Hafen lag alles still.
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